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Freitag, 17. Oktober 2008

Andrea Camilleri, „Pension Eva“, Erzaehlung


– „Pension Eva“ ist eine stille, gefühlsvolle, fast möchte man sagen lyrische Erzählung aus der Feder des italienischen Schriftstellers Andrea Camilleri. Eine Erzählung, in der viel zwischen den Zeilen geschrieben steht, eine fantasievolle, berührende Geschichte aus der Zeit des zweiten Weltkrieges im umkämpften Sizilien.

Die Geschichte: Eigentlich ist die Pension Eva ein Bordell, in welchem sich die Männer von Vigàta und die Soldaten vergnügen und jeweils für ein paar Augenblicke den um sie tobenden Weltkrieg vergessen können. Doch für den zwölfjährigen Nenè ist die Pension Eva ein Haus, in welchem Feen wohnen.Es gelingt Nenè, sich Zugang zur Villa zu verschaffen – nicht, um sich hier Liebe zu kaufen, sondern um mit dem Mädchen, die alle zwei Wochen ausgewechselt werden, zusammen zu sitzen und zu reden. Er wird Teil des Lebens in der Ville und die Villa wird Teil seines Lebens.Auch als er längt weiss, was in der Villa geschient, so ist das Haus, welches auf den Überresten eines Tempels und einer Kirche aufgebaut ist, für Nenè fast ein heiliger Ort. Das ändert sich auch nicht, als das Haus durch Bomben vollständig zerstört wird – Nenè findet in den Trümmern eine griechische Staute, die seine Träume zu bestätigen scheint...

Mein Eindruck: In seinem Roman „Pension Eva“ zeichnet Andrea Camilleri eine stille, feinfühlige Geschichte aus der Zeit des zweiten Weltkrieges. Wie in vielen andern Beschreibungen des (fiktiven) Ortes Vigàta in Sizilien verwebt Camilleri die Geschichten und Gefühle verschiedener Menschen zu einem feinfühligen Schicksalsteppich. Wer Camilleri vor allem durch seine Romane des Commissario Montalbano kennt, wird hier eine neue Seite des inzwischen über 80-jährigen italienischen Autors kennen lernen. Ein Roman, der zwischen den Zeilen von Camilleris grosser Liebe zu Sizilien und zu den Menschen auf dieser zerrissenen Insel zeugt. Kurz: Ein echtes Leservergnügen, das man sich nicht entgehen lassen sollte.(Paul-Georg Meister)
Sizilien leben und erleben

Dienstag, 29. April 2008

Italienische Kriminalgeschichten

Grüsse aus Silzilien. Italienische Kriminalgeschichten.
Die Sonne Italiens wirft auch lange Schatten. Und in diesem Halbdunkel tummeln sich Gestalten, die jede Reise in einen Höllentrip verwandeln können. Die weltweit tätige Mafia ist dabei nicht die einzige Verbrecherorganisation, die Angst und Schrecken verbreitet. Kein Wunder also, daß in Italien besonders viele Schriftsteller über Täter und ihre bedauernswerten Opfer schreiben. Sie berichten von der Mafia, von dem kleinen Mord zwischendurch und von raffinierten Betrügereien.Mit Texten von Andrea Camilleri, Luigi Malerba, Italo Calvino, Alberto Moravia, Mario Adorf u. v. a.
Sizilien erleben, reisen und entdecken

Donnerstag, 27. März 2008

Andrea Camilleri Die Pension Eva

Eine stille Geschichte über eine Sizilianische Pubertät
Der vierzehnjährige Nené wächst in der italienischen Stadt Vigàta im faschistischen Sizilien auf. Irgendwie kriegt er nicht so recht mit, was um ihn herum geschieht, schließlich konzentriert er sich doch sehr auf die Schule.Zunächst uninteressiert an dem großen - wie er später in Erfahrung bringt - auf den Festen zunächst eines Tempels und später einer Kirche erbauten Gebäude mit den vielen darin wohnenden Frauen, erfährt er eines Tages, dass es sich um ein Bordell handelt. Noch unerfahren und etwas unwissend erweitert er Stück für Stück seine Kenntnisse über das Leben dort, das Leben überhaupt und vor allem die Sexualität. Ganz normal für einen sich entwickelnden Jugendlichen.
Geschrieben von Uli Geißler,
Anzeige Beschaulich und in einer von Nené selbst gewählten Geschwindigkeit erobert er sich die Welt der Körperlichkeit, der Beziehungen und der Liebe. Sein Freund Jacolino weiß so viel mehr und hat Kontakte zu den Damen, die sich in der Villa montags von ihrer täglichen Arbeit erholen. Die Jungs werden älter und eines Tages übernimmt Jacolinos Vater die Leitung des Etablissements. Das ermöglicht ihnen, obwohl noch nicht volljährig, sich immer am Montag mit den zweiwöchentlich wechselnden Damen zu treffen, mit ihnen zu essen, zu trinken und zu feiern. In fröhlicher Runde sind sie geradewegs eine kleine Familie, die sich zum Austausch dort trifft. Nichts ist verwerflich, unanständig oder schmuddelig. Es sind aufrichtige Beziehungen und angenehme Stunden, die alle gemeinsam dort verbringen.
Nené erfährt vom Leben und der Welt, vom Leid und Schmerz aber auch ganz viel vom Glück und vor allem von der Liebe, welche ihn heftig und selbst ereilt. So entwickelt sich der Roman am Rande der bombenschwangeren Kriegsjahre ablenkend und doch von den Ereignissen bedrückt als ein idyllisches Randerleben von bedeutender Lebensintensität. Genau weiß man nicht, wohin die Geschichte führen soll, doch am Ende wirkt die entstehende Melancholie bei aller Traurigkeit, die in den Geschehnissen verborgen steckt ein wenig wie ein „Happy End“.
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