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Dienstag, 20. Oktober 2009

Wunschzettel der Cosa Nostra


Plötzlich reden sie alle. Auch jene, die davor siebzehn Jahre lang nicht reden mochten über die düsterste und rätselhafteste Stunde im Kampf Italiens gegen die Cosa Nostra. Über das Jahr 1992 also und die unklaren Hintergründe der Attentate auf zwei italienische Richter, zwei Symbolfiguren, zwei berühmte Mafiajäger: Giovanni Falcone und Paolo Borsellino. .........mehr

Mittwoch, 8. April 2009

Sizilien Palermo Kampf gegen die Mafia



"Es ist unsinnig, zum Kampf gegen die Mafia aufzufordern, wenn die Leute nichts zu essen haben", sagt Umberto Di Maggio. "Einem armen Bauern oder Arbeiter aus Corleone, der noch nie ein Buch in der Hand hatte, vielleicht auch gar nicht richtig lesen kann, brauchen Sie keine feurigen Reden über die Freiheit zu halten. Aber wenn er hört, dass wir den staatlichen Mindestlohn zahlen, mehr als 50 Euro pro Tag inklusive Kranken- und Unfallversicherung, dann hört er zu. Denn die Cosa Nostra zahlt nur 30 Euro ohne jede Absicherung."

Di Maggio geht den Kampf gegen die Mafia ganz praktisch an. "Am Ende zählt der Erfolg, sonst bleibt man immer bei pathetischen Reden und hypothetischen Werten stehen", sagt er im Akzent seiner sizilianischen Heimat. Der 30-jährige Soziologe ist Präsident, Koordinator und Referent des Ortverbandes Palermo der Anti-Mafia-Organisation Libera.

Libera wurde 1995 von Don Luigi Ciotto gegründet, als Dachverband aller Organisationen und Personen, die sich dem Kampf gegen das organisierte Verbrechen verschrieben haben. Der katholische Priester wollte damit die im und nach dem sogenannten Frühling von Palermo - dem Aufbegehren der Sizilianer gegen die Cosa Nostra Anfang der 90er Jahre - entstandenen Initiativen und Kräfte bündeln.

Die erste Tat des Dachverbandes: Er sammelte eine Million Unterschriften für ein Gesetz, dass es ermöglichen sollte, von der Mafia beschlagnahmte Güter für soziale Zwecke nutzbar zu machen. "Von dem Gesetz profitieren wir noch heute", sagt Di Maggio. ....>>>

Urlaub in Sizilien

Sonntag, 29. März 2009

Auf den Spuren der sizilianischen Mafia

In Palermos Altstadt toben Schlachten, Nacht für Nacht geht es um Leben und Tod, mehr noch: um die Rettung des Abendlandes. In schimmernder Wehr stehen sich Ritterheere gegenüber, jene Karls des Großen und die der Sarazenen, das christliche Europa gegen die muslimischen Eroberer, rotbäckige Helden in stählernem Harnisch gegen Fieslinge in Pluderhosen. Da gellen Schlachtrufe, da krachen Schwerter aufeinander, da gehen Städte im Feuer unter – und Mimmo Cuticchio, der Marionettenspieler, zieht die Fäden.

Der 61-Jährige mit der grauen Löwenmähne ist Palermos letzter Geschichtenerzähler. Die anderen traditionellen Cuntastorie sind dem Kino und dem Fernsehen gewichen, nur Cuticchio – inzwischen zum Unesco-Weltkulturerbe befördert – betreibt sein Marionettentheater weiter. Die Heldendramen aus dem Mittelalter lässt er aufleben, und weil er jeden Abend aus dem Stegreif spielt, inszeniert er nicht nur eine ferne sizilianische Geschichte nach; er durchwirkt sie mit der Gegenwart.

Ein paar hundert Meter weiter, hinaus aus dem dunklen Gassengewirr in die helle Weite des Hafens, führt der Unternehmer Ivanhoe Lo Bello ganz andere Schlachten. Sie sind moderner. Sie werden im Verborgenen ausgefochten. Und manchmal weiß man nicht, wer die Guten und die Bösen sind. Lo Bellos Schlachten gehören zum Mythos Sizilien und sind doch allgegenwärtig, jeden Tag: 80 Prozent der Wirtschaftstreibenden in Palermo zahlen Schutzgeld an die Cosa Nostra, die örtliche Mafia. Lo Bello, der Vorsitzende des sizilianischen Industriellenverbands, will diese unselige Tradition beenden. Von einem „kulturellen Projekt“ spricht der 45-Jährige: „Das mafiöse System zu durchbrechen, das ist eine Frage des Kopfes, des Denkens.“

Die Zeit sei reif für einen allgemeinen Aufstand gegen die Mafia, glaubt Lo Bello. Denn für eine ernsthafte Bedrohung hält er die Cosa Nostra derzeit nicht, auch wenn er nach wie vor im gepanzerten Auto durchs Land fährt. „Der Staat hat hervorragende Arbeit geleistet, Polizei, Staatsanwälte und Gerichte haben die Struktur der Cosa Nostra stark geschwächt. Heute könnte man in Sizilien große Bauprojekte durchziehen, ohne dass die Mafia die beteiligten Firmen unter Druck setzen würde.“ Man könnte heute „geradezu die Jahrhundertbrücke über die Meerenge von Messina bauen“, sagt Lo Bello. „Jedenfalls auf sizilianischer Seite“, fügt er hinzu. Über das kalabrische Ufer, das Reich der ’Ndrangheta, will er lieber nicht reden.

Zwei Daten markieren die Wende im Kampf gegen die Cosa Nostra: Am 11. April 2006 wurde der „Boss der Bosse“ verhaftet, Bernardo Provenzano; 43 Jahre lang war er untergetaucht. Am 5. November 2007 erwischte die Polizei dann die zwei mächtigsten Thronanwärter: Vater und Sohn Lo Piccolo, die obersten Mafiosi von Palermo. Mit ihnen wurde auch der „Kassenwart“ der Stadtmafia verhaftet – und weil es ihm in der Eile des Zugriffs nicht gelang, den Inhalt seines Aktenkoffers durchs Klo zu spülen, bekamen die Ermittler auf einen Schlag nahezu die gesamte Buchhaltung der palermitanischen Mafia in die Hand.

Welches Unternehmen wann welchem Boten wieviel Schutzgeld zahlte – alles stand da verzeichnet, mit Klarnamen. Ferner liefen nach der Verhaftung der Lo Piccolo zahlreiche kleinere Clanmitglieder zur Polizei über und packten aus. Das ermöglichte weitere Großrazzien, die letzte Mitte Dezember 2008, dabei setzte die Polizei insgesamt 97 Drahtzieher fest. Und als neulich wieder einmal die Schlösser etlicher Geschäfte zugeklebt worden waren – eine Warnung der Mafia, dass ohne Arrangement kein Laden aufmachen darf, danach folgen Brandsätze – musste die Polizei nicht lange nach dem Verantwortlichen suchen. Glaubt man den Ermittlern, dann ist außer den Quartierfürsten nicht viel übrig geblieben von der Cosa Nostra.

Doch es gibt auch andere Beobachtungen. Daniele Marannano gehört zu jenen Studenten, die Mitte 2004 die Stadt mit Aufklebern übersät haben: „Ein Volk, das Schutzgeld an die Mafia zahlt, ist ein Volk ohne Würde.“ Daraus ist die Bewegung „Addio Pizzo“ geworden: Schutzgeld adé. Dieser sind rund 350 Geschäfte in Palermo beigetreten, darüber hinaus haben sich rund 10 000 „kritische Konsumenten“ verpflichtet, nur bei mafiafreien Betrieben einzukaufen. „Wir haben das Schweigen durchbrochen“, freut sich Marannano. Aber 350 Geschäfte von mehr als 10 000 in Palermo – ist das nicht wenig? „Die anderen zahlen ihr Schutzgeld weiter“, gibt Marannano zu. „Aber so winzig unsere Zahlen aussehen, sie haben einen hohen Wert. Sie zeigen, dass es möglich ist, aus dem Pizzo-System auszusteigen, dass es eine Alternative gibt.“

Auch Enrico Colajanni von der Aktion „Freie Zukunft“ will die Firmen ermutigen, das Joch der Mafia abzuschütteln. Doch viele, räumt er ein, trauen sich noch nicht. „Dem Mafiaboten die Zahlung zu verweigern und ihn anzuzeigen, das ist für viele ein Sprung ins Leere. Die Leute haben Angst um sich selbst, um ihre Familie, um ihr Geschäft. Oder davor, in den Medien als Anti-Mafia-Helden bejubelt zu werden und sich damit zum Angriffsziel der Bosse zu machen.“

Hinzu kommen andere Ängste: „Wer der Mafia das Geld verweigert oder vor Gericht gegen Erpresser aussagt, riskiert, von den Banken bestraft zu werden: Die stufen den Betrieb dann als bedroht ein und kündigen Kreditlinien und Girokonten“, sagt Colajanni. Andere befürchten, wegen Bilanzfälschung belangt zu werden, weil sie die illegalen Schutzgeldzahlungen jahrelang verschleiern mussten. Und immer noch, heißt es aus Ermittlerkreisen, gebe es Unternehmer, die – auch ohne konkrete Bedrohung – schon vor der Eröffnung neuer Filialen mit dem Quartierboss Kontakt aufnehmen.

„Die Leute zahlen, weil sie immer schon gezahlt haben“, erklärt ein anderer Anti-Mafia-Kämpfer – und zum Beleg zitiert er einen ähnlich lautenden Zeitungsbefund aus dem Jahr 1876. Wenn die Mafia von heute auf morgen wegfiele, sagt ein der Bewegung nahestehender Psychotherapeut, „dann würde die sizilianische Gesellschaft einen ihrer Referenzpunkte verlieren – die Folge wäre eine riesige Orientierungslosigkeit“. Der Mythos der Mafia, fügt er hinzu, sei „bedeutender als die Mafia selbst“.

Auch die jungen Aktivisten von „Addio Pizzo“ räumen ein, dass die Zerschlagung der Cosa Nostra erst gelingen kann, „wenn wir eine Massenbewegung werden“. In diesem Sinne äußert sich auch Piero Grasso, der oberste Mafia-Staatsanwalt Italiens: „Wir haben das Schutzgeldsystem der Mafia in die Krise geführt: Früher konnten die Erpresser sicher sein, dass sie nicht angezeigt werden, das ist heute anders. Aber tot ist die Mafia erst, wenn keiner mehr Schutzgeld zahlt.“

Dass das System intakt ist, dass „die Firma“ auch ohne ihre Chefs weiterarbeitet, dafür gibt es deutliche Anzeichen. Nach gängigen Schätzungen macht allein die sizilianische Mafia einen Jahresumsatz von 35 bis 40 Milliarden Euro – gespeist vor allem aus dem Drogenhandel, dann aus dem Waffenschmuggel, dem Abgreifen öffentlicher Aufträge, aus Erpressung. Das Schutzgeld macht den geringsten Teil aus; es dient laut Ermittlern nur dazu, die Gehälter der Clan-Mitglieder, den Unterhalt der inhaftierten Bosse, die „Renten“ ihrer Familien sowie Anwaltskosten zu bestreiten. Vor allem aber dient es dazu, die Herrschaft über ein Territorium aufrechtzuerhalten.

Zusätzlich spielt der Cosa Nostra nun die Weltfinanzkrise in die Hände: Staatsanwalt Antonio Ingroia spricht in den Justizbunkern von Palermo davon, dass mit der Krise geradezu die neue Stunde der Mafia gekommen sei: „Wenn es heute überhaupt jemanden gibt, der flüssige finanzielle Mittel in Menge hat, dann ist es die organisierte Kriminalität.“ In einer Zeit, in der kriselnde Banken keine Kredite mehr zur Verfügung stellen, könnte so die Mafia zum bestimmenden Finanzier notleidender Firmen werden – und diese von innen heraus übernehmen, befürchtet Ingroia. Außerdem, sagt der Staatsanwalt, sei die Cosa Nostra „an der Börse“. Sie bediene sich internationaler, äußerlich unverdächtiger Finanzgesellschaften, bei denen sich „das schmutzige Geld mit sauberem mischt und kaum mehr ausfindig zu machen ist“. Diese Finanznetze sind auch nach der Inhaftierung nahezu aller großen Bosse noch intakt.

Dabei tut sich auch im amtlichen Sizilien etwas. Das Regionalparlament hat neue Gesetze zur Bekämpfung der Mafia beschlossen: Wer Schutzgelderpresser anzeigt, zahlt fünf Jahre lang keine Steuern; öffentliche Aufträge sollen nur an mafiafreie Firmen gehen. Auch der Industrieverband unter Ivanhoe Lo Bello setzt seinen Moralkodex konsequent durch: Bereits ein Dutzend Firmen, die sich mit der Mafia eingelassen haben, sind aus dem Verband ausgeschlossen worden.

Den „Kultursprung“ sieht Lo Bello aber in einer generellen Modernisierung der Insel: „Schutzgeld zahlen vorzugsweise rückständige Betriebe mit veralteter Produktion. Bei Hightech-Betrieben gehört das nicht zur Unternehmenskultur.“ Auch würden nur selten Großkonzerne belangt: „Die Erpresser brauchen ein Gegenüber. Wenn die vor einer Industrieanlage stehen und statt eines greifbaren Chefs nur anonyme Pförtner finden, geben sie auf.“ Für Lo Bello ist der Kampf gegen die Mafia eine Grundbedingung zur Modernisierung Siziliens – und umgekehrt die Rückwärtsgewandtheit der Insel das größte Hindernis bei der Bekämpfung der Cosa Nostra. „Lähmender als die Mafia“, sagt Lo Bello, seien die überbordende Bürokratie, die quasifeudalen Verwaltungsstrukturen Siziliens.

Darin ist der Unternehmer sich einig mit Mimmo Cuticchio, dem Marionettenspieler, der in seinen Geschichten genau diese regionalen Charakterzüge aufspießt. Noch immer sitzt Cuticchio im Gassengewirr der Altstadt hinter seinem Miniaturtheater und zieht Fäden. Wer aber der eigentlich Drahtzieher ist auf dieser Insel, weiß auch er nicht.

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 30.03.2009) Von Paul Kreiner, Palermo

Samstag, 3. Januar 2009

Protestaktion Starfotograf laesst Mafia als Marke eintragen

Der italienische Fotograf Oliviero Toscani ist für seine provokanten Werbekampagnen bekannt. Jetzt hat er den Namen "Mafia" als Marke registrieren lassen - und erntet scharfe Proteste auf Sizilien.

Oliviero Toscani hat mit einer Anti-Mafia-Initiative der besonderen Art für Wirbel auf Sizilien gesorgt. Der 66-jährige Mailänder, Stadtratsmitglied des Örtchens Salemi bei Palermo, ließ zum Jahresauftakt Mafia als Markennamen registrieren, berichtete die Turiner Tageszeitung "La Stampa" am Samstag. Das Akronym "M.A.F.I.A." stehe dabei für "Mediterranean Association For Internal Affair".

"Wir sind fassungslos, wie es nicht allen klar sein kann, dass das Wort Mafia für das vergossene Blut unserer Angehörigen steht", protestierte die Präsidentin des Verbands der Opfer der Mafia, Sonia Alfano. "Der Begriff Mafia ist die Essenz aller Verirrungen dieser Nation." Toscani verteidigte seine Idee hingegen als eine Entscheidung, die Mafia zu "entmythisieren".

"Mangel an Intelligenz"

Auch Vittorio Sgarbi, Ex-Kulturminister, Bürgermeister von Salemi und Mitträger der Initiative, trat für die neue Marke ein. Die Proteste zeugten einzig von einem "Mangel an Intelligenz". Toscani habe mit der Marke M.A.F.I.A. auf die "ihm eigene paradoxe und provokative Art" gegen die Cosa Nostra protestieren wollen.

Toscani, der lange Zeit für den italienischen Moderkonzern Benetton fotografierte, ist berühmt für seine provokativen Fotos. Er zeichnete unter anderem verantwortlich für Plakate, die einen neugeborenen Säugling, einen nackten Hintern mit dem Stempel H.I.V.-Positiv und die blutgetränkte Kleidung eines getöteten jugoslawischen Soldaten zeigten. Zuletzt machte er 2007 mit einer Schock-Kampagne gegen Magersucht von sich Reden. Die Plakate zeigten Nacktaufnahmen des französischen Models Isabelle Caro, das seit seinem 14 Lebensjahr an Magersucht leidet. (feh/dpa)

Dienstag, 30. Dezember 2008

Mafia-Freunde vernetzen sich in Facebook

Facebook-Gruppen mit Tausenden von Anhängern der gefährlichsten Mafia-Paten Siziliens sorgen in Italien für Aufregung.
Laut verschiedenen italienischen Zeitungsberichten treffen sich im sozialen Netzwerk Facebbook Mitglieder des Provenzano Fan Club, welche sich als Fans des inhaftierten Mafia-Paten Bernardo Provenzano erklären. Eine andere Facebook-Gruppe nennt sich Omerta, rühmt und verherrlicht die sizilianische Cosa Nostra und den flüchtigen Mafia-Boss Matteo Messina Denaro.

Empörte Mafia-Opfer

Auch dem vor 15 Jahren verhafteten Toto Riina, Jahre lang Oberhaupt der Cosa Nostra, ist ein weiterer Facebook-«Fan Club» gewidmet. Er zählt schon über 2200 Mitglieder. Gegenüber der österreichischen Zeitung «Der Standard», zeigt sich Maria Falcone, Schwester des 1992 von der Cosa Nostra ermordeten Mafia-Jägers Giovanni Falcone, besorgt. «Ich bin empört. Leider zieht das Böse viele Jugendliche an. Man muss sich engagieren, damit dies nicht mehr geschieht. Botschaften dieser Art im Internet helfen nicht.» kommentierte Maria Falcone.


Unser Facebook
Ulla Siracusas Facebook-Profil

Samstag, 20. Dezember 2008

Die Mafia-Maenner, das Kino und wir

Fast 100 Männer der Cosa Nostra wurden diese Woche in Sizilien verhaftet. Ein Foto zeigt zwölf davon: Erdverbundene Typen, denen Brutalität ins Gesicht geschrieben steht. Aber auch Stolz und Würde. Die wahren Gangster richten sich nach Kinofiguren, sie imitieren den "Paten" und die "Sopranos"

Mafia existiert wie man ......hier lesen kann
Aber fuer Touristen ist die Mafia unsichtbar und auch nicht gefaehrlich. Also machen Sie sich keine Sorgen Ihren Sizilienurlaub hier zu planen

Dienstag, 2. Dezember 2008

Allein gegen die Mafia

Er nennt es eine «Ohrfeige für die Mafia», in Wirklichkeit ist es aber weit mehr als das. Der italienische Pater Don Luigi Ciotti hat mit seinen Freunden vor rund zehn Jahren ein Gesetz durchgesetzt, das die Mafia dort trifft, wo es für sie am schmerzhaftesten ist. Ihre häufig mit blutigem Geld gekauften Ländereien, ihre Immobilien und ihr sonstiger Besitz können seitdem vom Staat beschlagnahmt und an gemeinnützige Organisationen übergeben werden. «Wer der Mafia schaden will, muss ihr das illegal erworbene Eigentum wegnehmen!» Diese Erkenntnis setzt der sozial engagierte Priester mit dem von ihm gegründeten Netzwerk «Libera» («Frei») konsequent in die Tat um. Die Vereinigung, der mittlerweile mehr als 1300 Gruppen und Einzelpersonen von der Christlichen Arbeiterbewegung Italiens bis zu Sportverbänden angehören, verwaltet und bewirtschaftet auf Sizilien Weizenfelder, Weinberge und Gebäude, die einmal Top-Mafiosi wie Toto Riina, Giovanni Brusca oder Bernardo Provenzano gehört haben. Die Mafia reagierte auf diese Initiative mit der erwarteten Gewalt. Erntereife Weizenfelder wurden angezündet und Weinberge zerstört. Doch diese Einschüchterung greift längst nicht mehr wie früher. Pater Ciotti war auf den Widerstand der Mafia gefasst und organisiert nun in vielen Städten und Dörfern Informationstage. Er führt Anti-Mafia-Filme vor und lässt über sie diskutieren.
Der Film der Grimme-Preisträger Michael Busse und Maria-Rosa Bobbi zeigt die vielfältigen Aktivitäten Don Luigi Ciottis auf Sizilien und den alltäglichen Kleinkrieg mit einem unsichtbaren Gegner. Er könnte wieder stärker werden, denn die Regierung Berlusconi überlegt zur Zeit, ob der Staat nicht per Gesetz verpflichtet werden sollte, die beschlagnahmten Güter erneut zu privatisieren. Die Mafia könnte dann für einen symbolischen Preis ihren ehemaligen Besitz wieder zurückkaufen. Das Blutgeld hätte ein zweites Mal gewonnen.

Samstag, 4. Oktober 2008

Robert De Niro und Martin Scorsese drehen Mafia-Film

Los Angeles - Eines der großartigsten Gespanne Hollywoods ist wieder da: Martin Scorsese und Robert De Niro. Nach "Casino", ihrem letzten gemeinsamen Film vor 13 Jahren, werden die beiden Stars nun erneut einen Mafia-Stoff umsetzen: "I Heard You Paint Houses" bezieht sich auf ein Buch von Charles Brandt, das sich um den Mafiakiller Frank "The Irishman" Sheeran dreht.
25 Auftragsmorde
Sheeran soll in den 70er-Jahren über 25 Auftragsmorde ausgeführt haben. Angeblich war er auch für den Mord und die anschließende Zerstückelung des US-amerikanischen Gewerkschaftsführers Jimmy Hoffa verantwortlich, der Verbindungen zum organisierten Verbrechen hatte.Renovierung gefällig?Der Titel des Buches, frei übersetzt "Wie ich höre, streichen Sie Häuser", bezieht sich auf eine Episode zwischen Sheeran und Hoffa: Angeblich stellte Hoffa diese Frage bei ihrem ersten Telefonkontakt. "Häuser streichen" bedeutete im amerikanischen Gangstermilieu, jemanden umzubringen. Entstanden ist diese Redewendung aus dem Entfernen der Blutspritzer von den Wänden nach einer Exekution und dem anschließenden notwendigen Neuanstrich.

Ferien in Sizilien

Sonntag, 14. September 2008

SAN GIUSEPPE JATO, SICILY


The crepes filled with speck ham and provola cheese are heavenly. But they don't quite distract me from my anxiety as I tuck into dinner at our Sicilian B&B.
Could this sweltering night in the rugged hills behind Palermo be the night? Will I be savouring fennel-seed sausages when the grim, heavyset men arrive? Will they pause for a second to allow the diners' curiosity to turn to numb fear before spraying the room with bullets?
There is some justification for such wild imagining. Our small inn, called the Portella della Ginestra, was once owned by the Bruscas – a family synonymous with the blood-soaked history of the Sicilian Mafia.
Bernardo Brusca was the capo of the town a few kilometres down the road from us and a convicted murderer. His son Giovanni, now 51, detonated the bomb that killed Palermo's heroic anti-Mafia prosecutor Giovanni Falcone in 1992. A year later, the junior Mafioso also kidnapped the 11-year-old son of the mobster who had told the story of Falcone's murder to the police. The boy was held and tortured for 26 months, then strangled. His body was dissolved in a barrel of acid.

But in 1996, Giovanni, known as “The Pig,” was finally hunted down. His family's properties, along with thousands of others owned by convicted Mafiosi throughout Italy, were later seized. And some were handed to co-ops, which vowed to use them for the public good – for example, the Brusca house, which was transformed into Sicily's first anti-Mafia agritourismo, as the Italians call a farm that takes paying guests.
And that's not the only option for tourists who want to support honest Sicilians, not the island's well-known criminals. Today, visitors can join a burgeoning movement toward ethical tourism on the island by taking part in a growing, incredibly brave anti-Mafia campaign. They can buy wine and pasta at the Libera Terra – free land – co-ops. They can spend their euros at shops that refuse to pay the pizzo, or Mafia extortion tax. Plus there are more B&Bs on former Mafia properties in the works.
In November, for instance, a large house near Corleone owned by Salvatore (The Beast) Riina will be opened to tourists. Riina was the undisputed boss of bosses and the most wanted man in Italy until his arrest in 1993. He is thought to have personally killed 40 people and ordered the deaths of 200 or so others – including the murders of Falcone and his colleague Paolo Borsellino. (Palermo's airport is named in honour of the two anti-Mafia magistrates.)
Of course, not everyone who books a room at Riina's former mansion will be there to support anti-Mafia tourism. This property is sure to attract visitors fascinated by mob history at its goriest. As do sites such as the Mafia museum in Corleone, which cater to fans of The Godfather. It is stuffed with videos and photos of Mafia hit men and their victims, and documents related to the police investigations. Still, many locals believe that anti-mob sentiment will eventually eclipse prurient mob tourism.
“There is a sort of anti-Mafia tourism coming,” Giuseppe (Pino) Maniaci says.
He certainly has reason to hope so. Maniaci is the host and owner of Telejato, a local TV station that regularly names and denounces Mafia members. In return, the thugs beat him up, slash his car tires and threaten to kill him – hence the round-the-clock police protection for his family.
GOODFELLAS' GOURMET
As for my own fears, the manager of our inn, 28-year-old Analisa Di Matteo, offers sympathy when I confess that staying in a former mob property is making me a little uneasy. Land is vital to Mafia power. Without it, they are exposed. Wouldn't the thugs, out of sheer spite, try to wreck the business or threaten the
employees?
Indeed, in the early years of Sicily's Libera Terra movement, some co-ops suffered vandalism and theft, though it's hard to say whether they were genuine Mafia revenge incidents. “At first, four years ago when I started here, I was a bit afraid of the Mafia,” Di Matteo says. “Now, no. They have never bothered us. They have bigger things to do.”
And so does the team at Portella della Ginestra. Their main concern is pleasing patrons, not worrying about horse heads in their beds. We decide to relax and enjoy the place.
To be sure, this B&B is not for everyone. It stands alone in the Jato Valley – no town, no bar or shops within walking distance. Even though it's only 20 kilometres from Palermo, Sicily's biggest city, it feels like it's in the middle of nowhere.
But it's an ideal base for hiking, and for day trips ranging from the ancient Greek temples at Agrigento to the glorious Norman cathedral in Monreale and the lovely beaches near Sciacca. None of these places is more than an hour's drive away.
And what views! The fields around the building are dotted with yellow ginestra flowers. The hills beyond them – small mountains, really – are steep, with rocky, jagged tops. The lack of rain can even give the terrain a desert effect. (Perfect for a spaghetti western.)
The B&B itself is clean and comfortable, if not luxurious. Each of the three bedrooms has gleaming terra cotta tile floors, high wood ceilings, spotless American-style bathrooms and air conditioning that actually works.
But the main attraction here is not the rooms. Or even the scenery. It's the food. Many of the vegetables and spices, from the eggplant to the oregano, come from the house garden. The pasta is made from organic wheat grown at similar co-ops. The wine – strong, deep reds and whites for $7 to $9 a bottle – carries the Cento Passi, or hundred steps, label. It takes its name from the film about the murder of a young anti-Mafia activist in 1978.
As for the meals, they're classic, hearty Sicilian fare: The Pasta alla Norma, with a sauce of fresh tomatoes, eggplant, basil and pecorino cheese, is tangy but not overpowering. The zucchini comes dressed in delicate beer batter. And the anchovies, bathed in the lightest of olive oils, are served under a pillow of porcelain-white mozzarella cheese. Sheer bliss.
This could explain why the restaurant is routinely packed even with those not spending the night. Among the regulars is Francesco Galante from Cento Passi wines. So I ask him if he considers the anti-Mafia co-ops (Sicily has five of them) a success.
He admits that the pace of transforming Mafia properties into clean businesses can be slow. But he says the co-ops are making extraordinary progress. The farms worked by the Placido Rizzotto co-op – which includes our inn – sell almost $2-million worth of wine, pasta and other organic products each year. And they deliver the message that the Mafia does not have to dominate every part of Sicilian life.
“We are showing you can make a right, honest life here, and work without fear,” he says. “This is a revolution.”
Galante wants me to know that the co-ops are only part of the story, though. He hands me a booklet called Pago Chi Non Paga (I pay those who don't pay) and suggests I go to Palermo to see the places it lists – from pizzerias to dance halls – who refuse to pay the pizzo Mafia tax.
COSA VOSTRA
The pizzo has been part of Italian life forever. It's a form of negative insurance paid by shop owners: Pay it and the Mafia leaves you alone; don't pay it and your shop might get burned down.
(Or you might get killed, as Libero Grassi was in 1991. Grassi was a Palermo shop owner who denounced the Mafia “tax” in a page-one newspaper article entitled “Dear Extortionist.” Three weeks later, he was dead.)
The University of Palermo has estimated that 80 per cent of Sicilian stores pay the pizzo – which can be $1,500 to $4,500 every three or four months – although almost no one will admit to doing so. Anti-Mafia police have estimated the mob collects $45-billion a year from bribery, making it one of Europe's biggest businesses.
But in 2004, Sicilians started a grassroots organization called Addiopizzo – goodbye pizzo – to fight the “tax.” Shop owners who join the movement refuse to pay it and get legal assistance if they press charges against pizzo collectors. Some also get police protection.
Meanwhile, consumers who support the organization, including conscientious tourists, endeavour to spend money at anti- pizzo shops (many identified by the Addiopizzo window stickers) whenever they can. So far, almost 300 store owners have signed up.
I take my anti- pizzo euros to Capricci di Sicilia, a restaurant in the heart of Palermo owned by Vicenza Eterno. The Mafia has made repeated attempts to make her pay. She has never done so. “I have no fear,” she says.
As I eat a delicious, firm fish called spigola, she explains that it would be a dishonour to her family to pay the pizzo. Her father was one of the policemen who arrested the
Sicilian crime boss, hit man and (go figure) landscape painter Luciano Leggio in the early 1970s.
So far, neither she nor her shop has been roughed up for resisting the Mafia. Though Eterno says some shop owners have had worse luck and “sometimes those who don't pay have their cars burned.” For this reason, some shop owners don't list their names on the Addiopizzo website.
“Some people don't want to be heroes,” she says. “They have a fear of advertising.”
I leave Sicily a couple of days later. After visits to several fine beaches and a tour of the elegantly crumpled Greek city at Selinunte, I figure I should be able to put any lingering fear, or even thought, of the Mafia out of my mind. It doesn't quite work.
This strange, beautiful, sad island has been ransacked by generations of crime families and they won't fold in the face of Addiopizzo or co-ops on their seized land. But as I fly from Palermo's Falcone-Borsellino Airport, I at least have the satisfaction of knowing that I've done my tiny bit to help the courageous few who have had enough.
Eric Reguly is The Globe and Mail's European business correspondent. With a report from
Lorenzo Tondo in Sicily.

Samstag, 3. Mai 2008

Sequestrata la più grande coltivazione di marijuana in Sicilia

E’ la più grande coltivazione in serra di marijuana mai rinvenuta in Sicilia. Ha un’estensione di quasi 13 mila metri quadrati, all’interno della quale erano coltivate oltre 20.000 piante di dimensione variabili, da un metro e mezzo a tre metri di altezza. L’hanno scoperta gli agenti di Polizia dei Commissariati di Gela e di Niscemi, in collaborazione con il personale della squadra Mobile di Caltanissetta, sotto le direttive del questore Guido Marino. L’area in cui è stata rinvenuta la piantagione sorge in contrada Feudo Nobile, nelle campagne tra Acate, Gela e Niscemi. Oltre alla coltivazione della marijuana, nascosta tra melanzane e pomodori, si provvedeva anche all’essiccazione ed al confezionamento all’ingrosso dello stupefacente. All’interno dell’area serricola, infatti, la Polizia ha scoperto un manufatto in legno di oltre 90 metri quadri con piano d’appoggio costituito da tela retinata sulla quale è stata rinvenuta marijuana essiccata ed altra già pronta per la vendita e confezionata in tredici sacchi (quasi 13 chili). Sequestrate anche alcune cartucce per fucile calibro 12 e due bilance di precisione del tipo digitale. Il proprietario del fondo agricolo, un uomo di 71 anni, è stato denunciato alla magistratura. Adesso si cercano i complici. Per gli investigatori, infatti, è soltanto il prologo di un’attività di indagine che promette ulteriori ed interessanti sviluppi.

Montag, 7. April 2008

Mit Cappuccino gegen die Mafia

In Palermo regt sich der Widerstand gegen die Schutzgelderpresser / Vereinigung führt Liste mit mafiafreien Läden und Cafés
PALERMO. Immer mehr Unternehmer und Ladenbesitzer in der sizilianischen Hauptstadt Palermo weigern sich, Schutzgeld zu zahlen. Jüngst hat sogar ein Anti-Mafia-Supermarkt eröffnet. Gerade an Feiertagen wie Pfingsten oder Weihnachten müssen sich Unternehmer und Ladenbesitzer in der sizilianischen Hauptstadt einer dunklen Seite der Stadt stellen. Denn sie dienen alljährlich den Männern von der Mafia als Vorwand, um das "pizzo" , das Schutzgeld, einzufordern — gerade an solchen Festtagen bedürften nämlich einsitzende Verwandte, Nachbarn und natürlich die Bosse des monetären Zuspruchs aus dem Viertel. Doch Schutzgeld einzutreiben ist kein Selbstläufer mehr: Immer mehr Unternehmer und Ladenbesitzer haben Mut und zeigen ihre Erpresser an. Erst kürzlich trugen wieder zwei Polizisten aus Palermo eine weiße, mannshohe Schautafel zu einer Pressekonferenz im Polizeipräsidium der Stadt. Darauf waren mit Reißnägeln die Fotos jener acht Mafiosi gepinnt, die der Polizei bei ihrer jüngsten Anti-Mafia-Aktion ins Netz gingen, der "Operation Addio Pizzo" — "Auf Wiedersehen Schutzgeld" .Recht freundlich sehen die meisten der Männer aus, eigentlich normal, mit ordentlichen Hemden, manche mit Gel in den Haaren, drei von ihnen schon grau. Unter ihren Fotos stehen ihre bürgerlichen Namen, Vittorio Bonura oder Michele Seidita. Doch bei der Mafia hatten sie eigene: Unter den Decknamen "Honda" , "Fiat" oder "Orologio" ("Uhr" ) waren sie unterwegs, um Schutzgeld zu erpressen — so wie noch heute Hunderte andere. "Ohne das Schutzgeld kann die Mafia gar nicht existieren" , sagt Tano Grasso, der Chef der nationalen Anti-Schutzgeld-Vereinigung, "deshalb sind auch kleine Verhaftungen so wichtig." >>>>
keine Angst vor Urlaub in Sizilien